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Weingut Claus Preisinger (Gols/A, 2008-2009)

 
       
       
       
       
       
       
       
       
   
 
Weingut Claus Preisinger -- ein Aussiedlerhof
Aussiedeln bedeutet Wanderung, die auch metaphorisch verstanden werden kann und nicht immer eine Ortsveränderung voraussetzt. Aussiedeln setzt Pioniergeist voraus- die Bereitschaft, altes und konventionelles hinter sich zu lassen. Aussiedeln ist eine Haltung - eine Empfindung, die Zukunft gestalten zu wollen.
Unter Aussiedeln leidet Claus Preisinger, Winzer in dritter Generation.

Gepresst wurden die Trauben aus den Gärten rund um Gols von jeher in einem kleinen versteckten Hof mitten im Ortsverband. Mit Liebe zum Detail kelterte Preisinger vorzügliche Weine die rasch Freunde fanden. Getrieben durch internationale Nachfrage seiner Weine überdachte er nicht nur Pflege der Gärten, Herstellung, Vertrieb und Marketing für seine Bedürfnisse von Grund auf, sondern nahm sich auch den Mut um einen zukünftigen Ort für sein Können zu suchen. So wurde die Nachfrage der Motor des Aussiedelns.

Eines Tages machte sich Claus Preisinger auf um außerhalb des Ortsverbands, dort wo die feinsten Beeren in Gärten am Goldberg reifen, seinen neuen Hof zu bauen. Ihn zog es dorthin, wo er die Nähe zum Ursprung vermutete.
Durch seinen Nachbarn und Freund Gernot Heinrich hatte er propeller z kennen gelernt, die ihm bei seinem Versuch diesen Schritt zu tun ermutigten.
Mit der Erfahrung und dem Wissen von zwei fertig gestellten Weingütern bildete sich ein kongeniales Team verschiedener Lager die gemeinsam den Hof entwickelten.
Preisinger wusste was er wollte, war jedoch offen für jeden Vorschlag seitens der Architekten - und dies nicht nur in Fragen der Gestaltung – auch manches Detail zur Produktion und Arbeitsablauf überzeugte ihn spontan.

Den Rebreihen folgend, am höchsten Punkt des Goldberges lag das zum Aussiedeln gewidmete Grundstück. An den topografischen Gegebenheiten formte sich ein selbstbewusstes Gebäude aus Beton und Lärchenholz. Der gestreckte Langbau bietet eine einfache Handhabe und optimalen Organisationsablauf beim jährlichen Keltern, Pflegen der Barriques und bei der Entwicklung der köstlichen Cuvées.
Am Ende des Produktionsablaufes, das gleichzeitig auch der Anfang des Gebäudes sein könnte, bietet der Verkostraum einen Blick weit über den Neusiedlersee hinaus, bis hin zum Schneeberg, und manifestiert subtil den Aufbruchswunsch des Bauherrn.

Unbedingt sollte auch auf den Mut der Gemeinde hingewiesen werden. Der Mut, ein von Menschen gestaltetes Kulturland wie es eben Weingärten darstellen für landwirtschaftliche Hofgebäude zu sichern, ohne sich dem UNESCO-Kulturverständnis anzubiedern.

Und so könnte ein Aussiedeln als Substrat für offene Gesellschaft verstanden werden.

Download:
Text in English (251KB)
Presseinfo (536KB)
Pressefoto (11MB) Bild: Hertha Hurnaus

Link:
baunetzwissen.de
Claus Preisinger (youtube)

Presse:
die Presse/ Spectrum (2.1MB)
der Standard, 18/19-12-2010 (809KB)
A10 #34 (1.04MB)