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Gartenheim (Wien 12./A, 2007)

 
       
 
 
Der kleine Eckbauplatz gliedert sich in Teilflächen verschiedener Widmungen und Bauklassen und erlaubt damit keine klassische Blockrandbebauung. Die sonnenreiche Südseite ist zugleich stark lärmbelastet, an der Westseite grenzt entlang eines neu zu errichtenden Fußweges ein Umspannwerk an. Ziel des Projektes ist, in diesem Spannungsfeld aus Widmung, Lärm und Sonne trotzdem spezifische Qualitäten zu orten – und beispielsweise durch zweiseitige Orientierung fast aller Einheiten mindestens ein ruhiges Schlafzimmer zum Hof hin zu schaffen.

Der Entwurf nimmt – parallel zum Fußweg – die Flucht des nördlich angrenzenden Backsteinbaus auf, und zwar in Form eines fünfgeschossigen west-orientierten Bauteils, der den Innenhof zum östlichen Nachbarn schließt. Durch eine differenzierte Staffelung hinter der Baulinie bleibt an dieser Front Raum für tiefe Loggien. Der Trakt wird – zur Schönbrunner Straße hin – quer durch einen um zwei Geschosse höheren Bauteil abgeschirmt. Der nutzt die entlang beider Strassenlinien -mögliche Erker-Kubatur aus, nicht jedoch die erlaubte Trakttiefe. Das gewährleistet eine gute Belichtung des Hoftrakts, schützt ihn aber gleichzeitig vor Verkehrslärm. Fußläufig öffnet sich die Ecke einem öffentlichen Durchgang unter dem straßenseitigen Bauteil hindurch, der über das luftige Sockelgeschoss weit hinauskragt. In diesem bewußt urbanen Setting ist der Eingang platziert, ebenso Müllraum und Garagenabfahrt. Diese durchsticht das modulierte Gelände in einer Auswölbung, um unter dem Vorgarten hinweg zu verlaufen. So bleiben unter dem Gebäude selbst Platz für alle Pflichtstellplätze, einen großen Fahrradraum und Einlagerungsräume für alle Hausparteien. Natürliche Belichtung beugt dabei dem Entstehen von »Angstzonen« vor.

Die straßenseitige Erdgeschoßfront ist in voller Länge einem Geschäftslokal zugeordnet, das – lediglich durch den Erschließungskern tailliert – zusammenhängend bis an die hinteren Grundstücksgrenzen reicht, und hier sogar großzügig aus Westen belichtet werden kann.
Eine weitere, zweigeschossige Geschäftseinheit wird von einem kleineren, dritten Baukörper am nördlichen Rand des Vorgartens beherbergt, dessen Dach als tiefer Pflanzentrog ausgebildet ist. Eine Baumgruppe vermittelt hier zu einer an der nördlichen Grundstücksgrenze möglichen viergeschossigen Nachbarbebauung.

Das Treppenhaus zeichnet sich als verglaste Zäsur zwischen den beiden höheren Bauteilen nach außen hin ab. Die – je zwei – Wohnungen im Straßentrakt und eine Wohnung im Hoftrakt werden so zentral erschlossen, im ersten und vierten Obergeschoß führen Laubengänge an der Ostfassade zu den weiteren, maisonetteartigen Wohneinheiten des Hoftraktes.

Offene Wohn-/Koch-/Essbereiche, integrierte Schrankräume und minimierte -Gangflächen kennzeichnen die Grundrisse der neunzehn Wohnungen. Die Raumaufteilung und -zuordnung ist flexibel (Skelettbauweise) und kann so mit verschiedenen und sich verändernden Lebensentwürfen mithalten. Ein Teil der Wohnungen verfügt über kleine Kinderwagenabstellräume direkt vor der Eingangstüre.

Das Flachdach des Hoftraktes dient allen Bewohnern als Terrasse und Kleinkinderspielplatz, und entlang des Treppenhauses ist ein Spiel- und Gemeinschaftsraum angeordnet. Alle Wohnungen verfügen über Loggien oder Terrassen, die meisten davon mit einer Tiefe von über zwei Metern. An der Westfassade des Hoftrakts trägt eine gerüstartige Struktur neben den Loggien eine Reihe von Pflänzentrögen, die die flache Begrünung von Vorgarten und Dachterrasse miteinander vertikal vernetzt.

Den zukünftigen Nutzern wird die Möglichkeit eingeräumt, Teile der Innenraumausstattung (Bodenbelege, Malerei, …) selbst auszuführen. Dieses Konzept der  als „Siedlerstunden“ eingebrachten Eigenleistungen verbilligt einerseits die Wohnung für den künftigen Nutzer und gewährleistet andererseits ein hohes Maß an Individualität.

Freiraumgestaltung Grün für Alle
Das Bedürfnis nach Grün ist aus dem unmittelbaren, dicht bebauten Wohnumfeld nicht einzulösen. Aus diesem Grund wird trotz ausgesprochener Flächenknappheit und möglicher Bebaubarkeit ein Maximum an Landschafts- und Freiraum-gestaltung vorgeschlagen. Die Maßnahmen erstrecken sich über das EG, das 1.OG, das 2.OG sowie das 5.OG. Die Fassade wird ebenfalls partiell begrünt.

Topografisches Grün – Vorgarten
Fußläufig strukturiert eine gefaltete Glatthaferwiese das Umfeld und gibt ihm dadurch eine räumliche Eigenständigkeit.

Schattenrasen mit Stauden
Der ostseitige Freibereich im Innenhof wird mit Schattenrasen und Funkien ausgestattet.

Wäldchen
Eine kleine Birkengruppe schafft ein Grünvolumen im 2.OG. Die lichtlaubigen Birken bilden für die auskragenden Loggien einen transparenten Grünschleier und geben dem Turmhaus einen besonderen Charakter.

Fassade
Die Fassade integriert vorgehängte Tröge, die mit Gräsern bepflanzt sind; die Glatthaferwiese wird so mit dem Grün der Dachterrasse verbunden.

Dachterrasse
Der Freibereich im 5.OG ist gemeinschaftlich nutzbar. Eine zentrale Holzterrasse schafft einen strapazier-fähigen Aufenthalts- und Sitzbereich. Eine großzügige Wiese ermöglicht mehreren -Bewohnern gleichzeitig den Aufenhalt im Freien.