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EZE - eine Eisenwolke (Wien/A, 2009)

 
       
   
 
Im Oktober 2009 installierten Studenten der Abteilung Hochbau II der TU Wien auf dem Vorplatz des Museumsquartiers die Eisenwolke. Sie ist das Resultat einer Entwurfsübung aus dem Wintersemester 2008, bei der Regelsysteme aus der Natur und Geometrie untersucht und in raumfüllende, modulare Strukturen übertragen werden sollten. Durch veränderbare Parameter sollten sie sich unterschiedliche Randbedingungen anpassen können.
Aus zehn ausgearbeiteten Projekten wurde die Eisenwolke für die Realisierung ausgearbeitet. Sie besteht aus 624 reduzierten, 3mm starken Stahlblech-Tetraedern mit einer Kantenlänge von 60cm, die während eines Workshops im Sommersemester 2009 weiter-entwickelt und von den Studenten innerhalb vier Wochen ohne CNC-Unterstützung selbst hergestellt und verschraubt wurden.
Der umstülpbare Würfel nach Paul Schatz von 1929 bildet das Grundelement eines Wachstums-Algorithmus, der durch Permutation unterschiedlicher Winkelstellungen und definierten Parameter eine räumliche Struktur mit den Massen 10 x 8 x 4,5 Meter beschreibt.
Der präzisen Analyse des Schatz-Würfels und seiner Kinematik folgt eine geometrische Neuentdeckung: Durch räumliches Koppeln mehrerer Würfel kann die kinematische Umstülpbarkeit eingefroren werden. Erst mit dieser Entdeckung war es möglich, den in sich fragilen Schatz-Würfel als stabiles statisches Bauelement, ohne einfügen von Sekundärelementen, zu verwenden.
Der Besucher war eingeladen, den Raum zu durchschreiten. Anhand von beweglichen und starren Prototypen, die während des Workshops als Studienobjekte gebaut wurden, ist die kinematische und räumliche Faszination des umstülpbaren Würfels zu erleben.
Nach der Ausstellung wurde die Eisenwolke in einzelne Cluster zerlegt und auf das Volumen eines Überseecontainers gebracht. In diesem verpackt wurde die Wolke als Geschenk zum 80-jährigen Jubiläum der Paul-Schatz-Stiftung Basel weitergereicht.

Neben der klassischen Betreuung der Studenten durch Vorlesungen/ Seminare/ Workshops oder Korrekturen, experimentierten wir bei der Betreuung mit Hilfe eines Web-Blogs, der für diese Lehrveranstaltung speziell eingerichtet wurde.
Bei fortgeschrittener Dauer des Projekts entwickelte sich der Blog immer mehr als ideale Kommunikationsplattform zwischen den Studenten untereinander und uns als betreuendes Lehrpersonal.
Die Möglichkeit jederzeit und ortsungebunden moderierend in den Entwicklungsprozess Einfluss zunehmen, war ideal während der Herstellung und Montage der Eisenwolke. Im Besonderen dann, als gleichzeitig an mehreren verschiedenen Orten Einzelteile für die Struktur gefertigt wurden bzw. der Aufbau am Museumsquartier zu organisieren war.

Wesentlich zum Erfolg des Workshops trägt das Engagement und die Zuverlässigkeit der Studierenden bei. Die Lehrveranstaltung wurde von uns vor allem als Work in Progress verstanden. So war die Errichtung einer begehbaren räumlichen Struktur das primäre Ziel, jedoch ein Scheitern wegen nicht vorhersehbaren Gründen und den resultierenden Erfahrungen wäre auch als positiver Beitrag gesehen worden.

Betreuung: HB2, kabru, Christian Wittmeir, Kamil Szmidt

Link:
FILM 1 HB2_Media Lab (7:11 > youtube.com)
FILM 2 OKTO-TV (4:02min > youtube.com)
EZE-BLOG
TU-Wien Abt. Hochbau 2
Fotodokumentation Herstellung (pdf. 595kB)
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