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DIY (Wien 12./A, 1999)

 
       
 
Der Treppenbausatz ersetzt die baufällig gewordene Verbindung zum Dach--
raum eines Wiener Biedermaierhauses. Die Beengtheit der Situation macht eine extrem steile Treppe notwendig, die durch die Lage der Deckenöffnung bestim--
mte Position an der engsten Stelle des Wohnraums lässt sie zu einem not--
wendigen, aber störenden Hindernis im Grundriss werden.

Die tragenden Treppenwangen sind aus je einer zwei 21 mm starken  Beton--
schalungstafel aus Sperrholz gefräst. Die Wangen sind bis auf eine projizierte Höhe von 1m geführt und übernehmen somit neben der statischen auch die Funktion des Handlaufs und der Absturzsicherung. Die Profile der 16 asym--
metrisch versetzten Trittstufen und alle weiteren Komponenten der Konstruk--
tion sind aus 6mm starken, glasperlengestrahlten Chromnickelstahlblech lasergeschnitten. Die Treppe besteht somit aus 120 Einzelteilen, die alle ohne weitere Bearbeitungsschritte aus Flachmaterial geschnitten werden.

Die einzelnen Komponenten bilden ein System von aufeinander abgestimmten Passstücken, die vor Ort ohne Einsatz von Werkzeug oder Befestigungsmitteln zusammengefügt werden können. Die Konstruktion wird dann mit Drahtseilen zu einem in sich stabilen Kastenquerschnitt verspannt, das gesamte Element wird in der Laibung des Deckendurchbruchs befestigt. Die fehlende Verbindung zum unteren Geschoss macht die Leistungsfähigkeit und Leichtigkeit des Systems deutlich; die in einer Richtung extreme Schlankheit der Querschnitte erlaubt die größtmögliche Blickverbindung im Raum, der durch die Treppe unterbrochen wird.