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Arsenal Masterplan (Wien 4./A, 2001-2003)

 
       
   
 
Die soliden Räume der Architektur werden durch die Informationstechnologien zunehmend von Datenströmen und digitalen Kraftfeldern "durchkreuzt". Gleichzeitig sorgt die Perfektionierung digitaler Instrumente für neue gestalterische Möglichkeiten und hat daher weitreichende Auswirkung auf Architektur- und Stadtvisionen. Neue Softwaretools erlauben prozessuales Entwerfen, welches beispielsweise Aspekte des Filmischen aufnimmt. Fluide Gebäude mit "elastischen" Geometrien sind dank neuer Entwurfsinstrumente und neuer Materialeigenschaften realisierbar. Die interdisziplinären Anforder--
ungen an Architektur verstärken sich: Neue Konstellationen in der Zusammen--
arbeit mit Wissenschaftlern, Künstlern und Designern entstehen und klas--
sische Kompetenzen der Architektur werden für neue Gestaltungsaufgaben wie zum Beispiel Software- und Informations Architektur relevant.

Die globale Vernetzung löst nicht nur nationalstaatliche Grenzen zunehmend auf, sondern läßt auch die—-ohnedies erodierten—-Grenzen des Urbanen mehr und mehr verschwimmen: Städte entwickeln im virtuellen Raum eine Art von Doppelgängerexistenz. Zugleich verbinden sich diese "digital cities" zu einer Art "megacity", die keine vermessbaren Umrisse mehr besitzt. Diese "metacity" ist die unüberschaubare  Summe aller Partikel des Urbanen in einer Mischung aus Heterogenität und Konformismus.

In der Urbanistik und Stadtplanung verlagert sich die Diskussion um die Gegensatzpaare Zentrum —- Peripherie, Öffentlichkeit—- Privatheit, Gebäude —- Stadtraum, zunehmend in Richtung der Beschreibung von transitorischen Prozessen, die zwischen den entgegengesetzten Polen oszillieren: Die "city of flow" (UN Studio, Rotterdam) wird zur prototypischen, post-industriellen Stadt, deren offene, dynamische Struktur über "links" expandiert und sich permanent verändert.

Der infrastrukturelle Untergrund der Städte tritt in der Vordergrund: informa--
tionstechnologische Arterien, Knotenpunkte, Backbones bilden infrastrukturelle Systeme, entlang derer sich das Urbane entwickelt und verändert. Dieser infrastrukturelle, vegetative "masterplan" der Leitungen liefert "Muster" im Wortsinn für neue städtebauliche Konzepte. Das Konzept der Open Source Software, die den Quellcode neuer Programme nicht geheimhält und schützt, sondern freigibt, um die Verbreitung und Verbesserung des Programms durch die BenutzerInnen zu erreichen, wird auch als städtebauliches Modell diskutiert: Stadtentwicklung als Open Source Prozeß, der dezentral und partizipatorisch vorangetrieben wird.

Architektur avanciert zur Gestaltungsdisziplin an der Schnittstelle zwischen realem und virtuellen Raum.  Die zunehmende weltweite Vernetzung zum "global village" setzt sich fort im Bereich des Privaten. Die virtuelle Realität konkurriert mit den vier Wänden des heimischen Wohnzimmers. Es stellen sich in Folge dieser Entwicklungen Fragen nach der Neudefinition des Privaten: Wo leben die ständig erreichbaren, mobilen und vernetzten Einwohner der “Celluar City” und welche Eigenschaften hat dieser Ort den die “netizens” bewohnen? In einer Art "city at once" (ortlos Architekten) , die nur durch diese Permanenz der Erreichbarkeit konturiert wird? Welche Instrumente besitzt die Architektur diese ortlosen Orte zu gestalten?
(Text: Christian Muhr, propeller z)