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GIL 2 (Wien 1./A, 2000)

 
       
     
 
Nach dem GIL-Shop in der Mariahilferstrasse, der ersten Arbeit von propeller z für die Don Gil AG, der bei einer Verkaufsfläche von ca. 265 m2 noch eher Boutiquencharakter besitzt, sollte auf einem Vielfachen dieser Fläche im Kaufhaus Steffl ein weiterer GIL-Shop eingerichtet  werden, der Dank der grosszügigen räumlichen Vorraussetzungen die Bezeichnung »Gil fashion area« einlösen kann.

Trotz der Gegensätzlichkeit der beiden Objekte -- GIL 1 öffnet sich über eine teilweise zweigeschossige Glasfassade zur Strasse hin, während im Steffl das maximal 3.50m hohe Untergeschoss zu bespielen war -- galt es, das neue Gil-Gestaltungskonzept möglichst einheitlich und deutlich wiedererkennbar zu formulieren.

Eine wesentliche Gemeinsamkeit beider Objekte bildet die Anforderung, BesucherInnen vom Strassenniveau ein Geschoss hinauf bzw. hinunter zu leiten, weshalb zunächst ein niederschwelliger und attraktiver Zugang zur Verkaufsfläche entscheidend war:
Da der bisherige Eingang von der Kärnterstrasse über eine Rolltreppe lediglich in eine Richtung verlief und somit der Rückweg aus dem Untergeschoss nicht ersichtlich war, wurde sie entfernt und durch eine feste Treppe ersetzt, die den Besucherstrom in beide Richtungen erlaubt. Parallel dazu wölbt sich die Fussbodenebene des Shops in Form einer Rampe bis auf das Strassenniveau, die sich über die Auslage bis an die Kärntnerstrasse fortsetzt. Rampe und Auslage dienen nicht nur der Warenpräsentation sondern bringen Gestalt-ungselemente des Geschäfts selbst gleichsam an die Oberfläche und exponieren sie an der Schnittstelle zur prominentesten Strasse der Stadt.
Eine Lichtstruktur begleitet dieses gestalterische Schanier zwischen Oben und Unten, Innen und Aussen und leitet den Kunden in das Untergeschoss. Eine ähnliche Verwerfung des warmgrauen Bodenbelags im Kern des Shops dient als Hintergrund für die Präsentation von Schuhen und Taschen und biegt die grossflächige Ebene auf einer Länge von 15 Metern zu einer schalenförmigen Seitenwand auf.

Der vorgefundene Raum mit dem Formfaktor und der Atmosphäre einer Tiefgarage wurde bisher als shop--in--shop Fläche von mehreren Betreibern genutzt, deren unterschiedliche Ladenbausysteme und Präsentations--
strategien allerdings den Eindruck verwirrender Kleinteiligkeit erzeugten.
Diese Heterogenität der Auftritte erschwerte die Orientierung für  BenützerInnen, was sich letztlich auch in der Kundenfrequenz niederge--
schlagen haben dürfte. Im Gegensatz dazu antwortet die »GIL--fashion area« auf die grossformatigen Dimensionen des Raumes mit einem Präsentations--
system in adequatem Maßstab, das den Raum deutlich und zugleich variabel strukturiert:

Die bestehenden Wände wurden im grellen GIL-gelbgrün gestrichen, und davor in wechselndem Abstand eine membranbespannte Struktur von der Decke abgehängt. Diese fächert sich wiederum in eine Hintergrundebene und eine aufgesetzte Info-Ebene auf. Alle Membranen sind mit Texten, Piktogrammen sowie Bildern bedruckt, die in Zahlen grob aufgerastert wurden. Dieses graphische Panorama bietet aus grösserem Betrachtungsabstand wichtige Leit- und Orientierungsfunktionen während es sich aus der Nähe betrachtet in typographische Partikel atomisiert.

Neben der integrierten Kleiderstange dient diese textile Schichtung der Aufnahme von variabel einhängbaren Displayadaptern für Legeware, Vitrinen, versperrbaren Staufächern, Postern sowie Spiegeln. Die Durchgänge zu Notausgängen, Umkleiden oder Nebenräumen verlaufen immer durch Überlappungen von zwei Membranenteilen, sodaß der Eindruck eines umlaufenden Bandes entsteht, das die »fahion area« einheitlich fasst. Durch die Hinterleuchtung dieser vertikalen Fläche mit tageslichtähnlichem Neonlicht wurde die »Kellerlage« des Raumes kompensiert. In den Umkleiden, aufgebaut aus vorgefertigten, weissen Polyesterhalbschalen, ist die Licht-- Farbtem--
peratur hingegen eher warm -- einer freundlichen Wiedergabe der Hautfarbe wurde hier einer realistischen Farbwiedergabe der Textilien der Vorzug gegeben.

Um die Rundstützen im Mittelraum wurden bis zu 5 Meter lange Kragarme angeordnet, denen seitlich wiederum Netzmembranen und Kleiderstangen vorgesetzt sind. Auch hier ist eine veränderliche Bestückung mit Displayadaptern möglich, jedoch ist die Hängehöhe durchgängig und sorgt knapp unter Augenhöhe für einen klaren Horizont über den gesamten Verkaufsraum. Insgesamt erinnert das Layout der »GIL fashion area« an das gigantische Spielfeld eines Flipperautomaten, auf dem die Positionierung von fixen raumstrukturierenden Elementen und variablen Verkaufs-- und Präsentationsmöbeln eine räumliche aber auch visuelle Dynamik erzeugt, die den lustvollen Austausch von Angebot und Nachfrage stimuliert. (Text: Christian Muhr)