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Knight Rider (Riegersburg/A, 1999)

 
       
   
 
Aufstiegshilfe Riegersburg: Aufgabe und KonzeptAusgehend von ihrer historischen Bedeutung bildet die Riegersburg einen wichtigen Fixpunkt für Versuche, das kulturelle Erbe der Region verstärkt für die Gegenwart zu nutzen. In diesem Spannungsverhältnis zwischen der reichen historischen Substanz und neuen, zeitgenössischen Herausforderungen ist auch das Ziel des Wettbewerbes zu sehen; die Riegersburg als ein »unverwechselbares, kulturell-attraktives Erlebnis- und Tourismusziel zu positionieren« (Zitat Ausschreibungstext).Die vorgeschlagene Konzeption vertraut darauf, dass gerade eine präzise und konzeptuell stringente Lösung der komplexen Anforderungen dieses Projektes auch die Frage des »Erlebnischarakters« auf »attraktive« weil adäquate Weise zu lösen vermag. Der Entwurf versucht daher, die Riegersburg und ihre zahlreichen ohnehin immanenten »Erlebnispotentiale« auf eine zeitgemäße Art zu erschließen und verzichtet dabei auf zusätzliche inhaltliche Aufladungen. Zum zentralen »Erlebnispotential« der Riegersburg gehört ohne Zweifel der Aufstieg. Entsprechend steht die Auffahrt mit dem Lift im Mittelpunkt des Entwurfs an die sich alle übrigen konzeptuellen und gestalterischen Entscheidungen anschließen.

Aufzug und Kabine: Als Aufstiegshilfe wird ein Schrägaufzug vorgeschlagen, der über eine 163 Meter lange, eingleisige Trasse unter einer Steigung von 30 Grad den Höhenunterschied von 80,5 Meter zwischen Ein-und Ausstiegsstelle bewältigt. Das verwendete Kastenprofil bildet eine exakt gerade Tangente, die an die naturhafte Gestalt des Burgfelsens gelehnt wird und ihn im letzten Fünftel der Strecke durchdringt. Trotz dieser expliziten Struktur verläuft die Streckenführung diskret, da sie weitgehend auf der Höhe des Baumbestandes bleibt, um nach einer relativ kurzen offenen Strecke im Burgfelsen zu verschwinden. Statisch betrachtet ist die Trasse bergseitig eingespannt, daher können die drei Aufständerungen in Fahrtrichtung als Pendelstützen ausgeführt werden.
Die vollverglaste Kabine bietet 25 Personen Platz und Aussicht. Lediglich die Passage durch den Burgfelsen verengt und dramatisiert den Panoramablick für (die kurze Zeit) von ca. 15 Sekunden und vermittelt dabei einen Eindruck von der Massivität und Materialität des Burgfelsens. Das Fahrwerk ist bündig in die wannenförmige Trasse integriert, wodurch die auskragende Kabine unmittelbar auf der Schiene zu gleiten scheint. In der Trasse ist eine Dienst- bzw. Fluchttreppe angebracht, die durch eine Bodenklappe in der Kabine über eine mitgeführte Leiter leicht erreicht werden kann.Bei einer angenommenen Fahrgeschwindigkeit von 2,5 Metern pro Sekunde beträgt die gesamte Fahrzeit knapp über eine Minute, wodurch eine hohe Beförderungskapazität in Spitzenzeiten gewährleistet ist. Das Aufzugssystem ist – im Unterschied zu einer Schienenstandseilbahn – für Selbstfahrer zugelassen. In Perioden mit geringer Besucherfrequenz ließe sich so die gesamte Anlage völlig ohne Bedienungs- oder Kassenpersonal betreiben, Tickets könnten dann über Automaten verkauft werden. Die Kabine ist mit einer Gegensprechanlage ausgerüstet. Topographisch folgt die Liftanlage in einer Art Parallelverschiebung dem alten befestigten Eselspfad und setzt damit die historische Aufstiegsvariante mit der zeitgenössischen in Beziehung.
Ein-und Ausstiegsbereich sind exakt so zueinander justiert, dass von beiden  Punkten aus die gesamte Strecke überblickt werden kann und die Position der Kabine an jeder Stelle einschätzbar ist.
Die Trasse skaliert somit nicht nur die Entfernung zwischen Ein- und Ausstieg, sondern funktioniert auch als optische Blickachse entlang der ganz allgemein das Verhältnis von oben und unten organisiert wird.

Parkplatz und Pavillion: Der Parkplatz besteht aus einer großen Plattform, die sich als breite Verlängerung der Zufahrtsstrasse in die Geländeformation einschreibt. Der für Busse reservierte Abschnitt ist teilweise in den Hang gekerbt, wobei die hochgezogene Betonabschützung gegenüber dem Erdreich als Schutzdach dient. Die andere Längsseite steht umgekehrt zu einem Teil frei und wird dort, wo sie über die Geländekante ragt, durch filigrane Träger gestützt. Der runde Abschluss des Parkareals sowie der kreisförmige Ausschnitt ergibt sich aus den erforderlichen Wenderadien für Busse beziehungsweise dient gleichzeitig als Schutzzone für bestehende Bäume. Baumkronen bilden auch eine Art grüne Grenze für den freistehenden Abschluss des Parkplatzes.
Auf der Parkplatzebene befindet sich auch das pavillionartige Einstiegsgebäude, das durch ein an seiner Breitseite in den Hang der Geländekuppe gespanntes, gekrümmtes Edelstahlblech definiert wird. An dieser Stelle kreuzen sich die Zufahrt und die aus dem Dach dieses flachen Zeltes ansteigende Trasse des Schrägaufzuges.
Dieser Pavillion bietet eine nach zwei Seiten offene Wartezone für die Fahrgäste und den Einstieg in den Lift über einen gläserernen Schacht. Ein eigener abgeschlossener Container nimmt die Sanitäreinrichtungen und andere Infrastrukturkomponenten sowie die Kassa auf und kann an der Außenseite als Informationsträger genutzt werden. Neben der abgerundet rechteckigen Öffnung für die Lifttrasse, weist das Dach des Pavillions noch mehrere kleine kreisförmige Öffnungen auf, die als Sehschlitze spezifische Perspektiven auf markante Punkte der Riegersburg ermöglichen. Die entsprechenden Informationen zu diesen Ausblicken werden am Boden der Wartezone markiert.
Die Form und Fläche der großen Parkplattform wird auch genutzt, um ein gigantisches Logo für den Standort "Riegersburg" zu prägen, das erst im Verlauf der Liftfahrt mit zunehmender Distanz lesbar wird.

Ankunftsstelle: Die Austrittsstelle des Aufzuges liegt im Burggraben tangential an der alten Befestigungsmauer, deren historische Substanz durch den Aufzug nur sehr kleinräumig verändert werden muss. Nach Ende der Fahrt bleibt die Aufzugskabine teilweise frei an der Ankunftsrampe stehen, wo die Fahrgäste durch eine gläserne Automatiktür unter ein wiederum aus gespanntem Blech gebildetes Flugdach gelangen. Diese Wartezone überdacht gleichzeitig eine kurze Strecke des Fuß-Weges, der auf die Riegersburg führt, sodass Besucher an dieser Stelle entscheiden können, welchen Weg sie ins Tal einschlagen möchten. In jedem Fall bietet dieser Endpunkt des Lifts noch einmal Gelegenheit, die zurückgelegte Fahrtstrecke mit dem Blick bis zum Anfang zurückzuverfolgen.