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propeller z, Umbau
Dr. Reiterer (Wien 4./A, 1998)

 
       
 
Die Hautarztpraxis in der Blechturmgasse präsentierte sich bei ihrer Neuübernahme etwas veraltet und unattraktiv. Das Entree und der Wartebereich waren eng und dunkel. Dem neuen Arzt war bewusst, dass fachliche Kompetenz nicht alles ist und die Umgebung auf das individuelle Wohlbefinden doch sehr Einfluss nehmen kann. Die räumliche Enge erlaubte jedoch keine zusätzlichen Einbauten, ein größerer Umbau war nicht nur aus Zeitgründen aber ebenfalls nicht möglich.

Im Gang wurde eine Wand teilweise entfernt und an ihrer Stelle das neue Rezeptionspult errichtet. Die kleine Küche und ein aus statischen Gründen stehengebliebenes Stück Wand wurde mit horizontal verankerten Profilit--
glasstreifen verkleidet. Das leicht nach vorne geneigte und an den Kanten abgerundete Pult aus Sperrholz wurde mit rotem Industriegummi überzogen und mit einem ausgreifenden Streifen mit der Glaswand verzahnt. Parallel dazu schließen ein offener Schrank, ebenfalls in Sperrholz mit Gummibe--
schichtung, und darüber wiederum eine transluzente Profilitverglasung die Rezeption zu einem dahinterliegenden OP--Bereich ab. Rezeptionspult sowie gläserne Rückwand wurden leicht aus der Achse verschoben, um einerseits zu leiten, aber auch, um den Raum dynamisieren und perspektivisch zu erweitern. Eine weiße Textilrollo bietet bei Bedarf Sichtschutz für die Patienten. Der Schrank unter der trennenden Glaswand ist auch vom OP aus zu bedienen. Ein Waschbecken und Lichtschalter wurden benutzerfreundlich integriert.
OP--Bereich und Rezeption können mit einer transluzenten Schiebewand abgeschlossen werden.

propeller z entwarf auch die Möbel für die Behandlungsräume in beruhigend kühlem hellblau und Nirostaregale mit abgerundeten Kanten. Die verwendeten blassen Farben –- sowohl das Blau der Möbel oder des fugenlosen Kunstharz--
bodens als auch das zurückhaltende Rot des sich angenehm anfühlenden Gummibelages –- stehen in Einklang mit der Profession des Bauherren und assoziieren hygienisch--medizinische Aspekte genau so wie sie unaufgeregte visuelle Akzente setzen.

Obwohl das neue Kleid dieser Ordination für einen Hautarzt maßgeschneidert scheint, war eine spätere branchenfremde Nutzungsmöglichkeit auch ein Entwurfskriterium.

»Die Ästhetik meiner Ordination bietet eine angenehme wie intelligente Umge--
bung für eine erfolgreiche Arzt--Patienten--Kommunikation, in der es um fachliche Sorgfalt wie um persönliche Zuwendung geht« stellt Dr. Lorenz Reiterer fest, dessen Praxis ein guter Beleg dafür ist, dass es zu einem angenehmen Ordinationsambiente weder anbiedernder Pseudowohnlichkeit noch protzigen Prunks bedarf.
(Text: Franziska Leeb für architektur, Ausgabe Dezember 1998)